Ausschnitt aus der Familienchronik der Vörding´s von Liesel Maas und Martin Holz.

Der Name Vörding erscheint erstmalig 1276 in einer Urkunde über den Verkauf des Schulzenhofes Niehoff und des Erbes Vörding an das Kloster Varlar. Erben waren größere, kleinere und kleinste Güter. Die Größe der Anwesen wurde nach der Zahl der Scheffel Roggeneinsaat angegeben. Die Erben waren etwa zwischen 5 und 15 Scheffel groß. Ein Bauerngut von 7,5 Scheffel in Billerbeck z.B. umfaßte auf unser heutiges Maß umgerechnet, 34, 29 Hektar. Die Bauern auf den Erben wurden Zeller oder Wehrfester genannt.

In der Familie Vörding waren neben Webern später überwiegend Schuhmacher zu finden, was in Osterwick zur damaligen Zeit die überwiegende Einnahmequelle war.

Unser Ahnvater war Gerhard Steenrüter, genannt Vörding. Getauft wurde er am 31.Dezember 1657 in Coesfeld und heiratete mit 32 Jahren am 11.April 1690 in Osterwick die Witwe Anna Maria Vörding, geb. Clars. Sie war die Ehefrau des Zellers Peter Vörding gewesen, der viereinhalb Monate zuvor am 28.Dezember 1689 mit 32 Jahren verstorben war. Aus dieser ersten Ehe waren vier Kinder hervorgegangen. Gerhard Steenrüter übernahm den Hof und zugleich damit den Hofnamen Vörding, wie es über die Jahrhunderte im Bauernstand üblich war.

Der erstgeborene Sohn der zweiten Ehe, Henrich Joan Vörding, wurde unser Stammvater. Er lernte das Weberschiffchen zu führen und bestritt mit dieser Arbeit seinen Lebensunterhalt. Der zweite Sohn Johan Bernard übernahm den Bauernhof, der seit 1276 im Besitz des Klosters Varlar war. Das Anwesen liegt auch heute noch unmittelbar am Dorfkern. Von Gerhard, dem letzten der drei Kinder aus der zweiten Ehe, fanden wir keinen Heiratseintrag. War er eine willkommene Stütze seines Bruders in der Landwirtschaft? Er starb ledig am 5.Februar 1744 im Alter von 49 Jahren.

Wir sind also gar keine Vördings sondern Steenrüters, und unser Stammhof ist der Hof Steinrüter in Coesfeld-Gaupel, der ebenfalls ein Bauernhof mit Tradition und Geschichte ist.

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